Verjährung der Steuerberaterhaftung in Altfällen

Nach Art. 229 § 12 Abs. 1 Satz 1 Nr. 13 EGBGB ist auf die durch das Gesetz zur Anpassung von Verjährungsvorschriften an das Gesetz zur Modernisierung des Schuldrechts vom 09.12 20041 geänderten Vorschriften des Steuerberatungsgesetzes Art. 229 § 6 EGBGB entsprechend anzuwenden. Danach richtet sich der Beginn der Verjährung nur für den Zeitraum vor dem 15.12 2004 nach § 68 StBerG aF.

Maßgebend ist der Zeitpunkt der Schadensentstehung2.

Hat eine einzige, in sich abgeschlossene Verletzungshandlung mehrere Schadensfolgen ausgelöst, so kann allerdings die Verjährungsfrist nach dem Grundsatz der Schadenseinheit auch für nachträglich auftretende, zunächst also nur drohende, aber nicht unvorhersehbare Folgen beginnen, sobald irgendein (Teil-)Schaden schon entstanden ist3.

Haben sich hingegen mehrere selbständige Handlungen des Schädigers ausgewirkt, so beginnt die Verjährungsfrist regelmäßig mit den jeweils dadurch verursachten Schäden gesondert zu laufen, mögen auch weitere gleichartige Handlungen mit gleichem Erfolg nachfolgen4.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 6. Dezember 2018 – IX ZR 176/16

  1. BGBl. I, S. 3214 []
  2. vgl. BGH, Urteil vom 10.12 2015 – IX ZR 56/15, NZG 2016, 238 Rn. 22 []
  3. vgl. BGH, Urteil vom 23.03.1987 – II ZR 190/86, BGHZ 100, 228, 231 f mwN; vom 23.04.2015 – IX ZR 176/12, NJW 2015, 2190 Rn.20 []
  4. BGH, Urteil vom 26.01.1984 – I ZR 195/81, NJW 1985, 1023, 1024; vom 15.10.1992 – IX ZR 43/92, NJW 1993, 648, 650 []