Steuerberaterpflichten beim Grundstücksverkauf

Es gehört zu den Pflicht­en des Steuer­ber­aters, auf Nach­frage seines Man­dan­ten, der die Absicht hat, ein vor Ablauf von zehn Jahren erwor­benes und zwis­chen­zeitlich in das Betrieb­sver­mö­gen ein­gelegtes, später aber wieder ent­nommenes Grund­stück zu verkaufen, auf die unge­fähre Größenord­nung des dann anfal­l­en­den steuerpflichti­gen Gewinns hinzuweisen.

Steuerberaterpflichten beim Grundstücksverkauf

Zweck der Steuer­ber­atung ist es, dem Auf­tragge­ber fehlende Sach und Recht­skunde auf diesem Gebi­et zu erset­zen. Die pflicht­gemäße Steuer­ber­atung ver­langt daher sachgerechte Hin­weise über die Art, die Größe und die mögliche Höhe eines Steuer­risikos, um den Auf­tragge­ber in die Lage zu ver­set­zen, eigen­ver­ant­wortlich seine Rechte und sein Inter­esse zu wahren und Fehlentschei­dun­gen zu ver­mei­den1. Auf­grund der ihm erteil­ten Hin­weise muss der Man­dant in der Lage sein, die beste­hen­den Risiken selb­st abzuwä­gen. Bei zweifel­hafter Recht­slage hat der Steuer­ber­ater seinem Man­dan­ten den rel­a­tiv sich­er­sten Weg vorzuschla­gen, damit der Man­dant eine sachgerechte Entschei­dung tre­f­fen kann2.

Ober­lan­des­gericht Celle, Beschluss vom 3. Feb­ru­ar 2010 — 3 U 194/09

  1. BGH, Urteil vom 15.11.2007 — IX ZR 34/04 und ständig []
  2. BGH, Urteil vom 29.03.2009 — IX ZR 214/07 m. w. N. []