Steuerberater durch Eignungprüfung

Bürg­er der EU, die in einem anderen Mit­glied­staat zur Steuer­ber­atung berechtigt sind, kön­nen auch in Deutsch­land als Steuer­ber­ater bestellt wer­den, ohne die reg­uläre Steuer­ber­ater­prü­fung able­gen zu müssen; sie müssen sich lediglich ein­er sog. Eig­nung­sprü­fung unterziehen (§ 37a Abs. 2 Steuer­ber­atungs­ge­setz). Diese Eig­nung­sprü­fung kann jedoch nicht dazu genutzt wer­den, doch noch deutsch­er Steuer­ber­ater zu wer­den, obwohl zuvor die deutsche Steuer­ber­ater­prü­fung zweimal nicht bestanden wor­den war.

Steuerberater durch Eignungprüfung

Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 1. April 2008 VII R 13/07 klargestellt, dass zu ein­er solchen Eig­nung­sprü­fung nur Bewer­ber zuge­lassen wer­den kön­nen, die das Hochschuldiplom, das sie in dem anderen Mit­glied­staat zur Steuer­ber­atung berechtigt, nicht in Deutsch­land erwor­ben haben; deutsche Hochschu­la­b­sol­ven­ten müssen auch dann an der reg­ulären Form der Steuer­ber­ater­prü­fung teil­nehmen, wenn sie auf­grund ihrer Hochschu­laus­bil­dung in einem anderen Mit­glied­staat zur Steuer­ber­atung berechtigt sind. Darüber hin­aus komme eine Zulas­sung zur Eig­nung­sprü­fung dann von vorn­here­in nicht in Betra­cht, wenn der Bewer­ber die reg­uläre Form der Steuer­ber­ater­prü­fung nach den zwei zuläs­si­gen Wieder­hol­ungsver­suchen endgültig nicht bestanden hat.

Dem Rechtsstre­it lag der Fall eines in Deutsch­land aus­ge­bilde­ten Diplom-Betrieb­swirts zugrunde, der nach drei erfol­glosen Ver­suchen, hier die Steuer­ber­ater­prü­fung abzule­gen, in Bel­gien den Titel eines Con­seil Fis­cal erlangt hat­te, was der Zulas­sung zum Steuer­ber­ater in Deutsch­land entspricht. Um jet­zt hier in Deutsch­land als Steuer­ber­ater tätig wer­den zu kön­nen, wollte er an der Eig­nung­sprü­fung teil­nehmen. Das ist ihm nach der Entschei­dung des BFH ver­wehrt wor­den.

Bun­des­fi­nanzhof, Urteil vom 01.04.08 — VII R 13/07