Der Steu­er­be­ra­ter im sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­ren

Steu­er­be­ra­ter dür­fen in Anfra­ge­ver­fah­ren zur Klä­rung des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus eines Erwerbs­tä­ti­gen nicht gegen­über der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund als Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­te auf­tre­ten.

Der Steu­er­be­ra­ter im sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­ren

Eine der­ar­ti­ge Tätig­keit eines Steu­er­be­ra­ters ist als Rechts­dienst­leis­tun­gim Sin­ne des § 2 RDG ein­zu­stu­fen und stellt auch kei­ne zuläs­si­ge Neben­leis­tun­gim Sin­ne des § 5 RDG dar. Eine Ver­tre­tungs­be­fug­nis kann zudem nicht aus § 13 Abs 6 S 2 SGB X iVm § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG her­ge­lei­tet wer­den. Ver­fas­sungs­recht steht die­ser vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt gewon­ne­nen Aus­le­gung nicht ent­ge­gen.

Nach § 13 Abs 1 S 1 SGB X kann sich ein Betei­lig­ter eines Ver­wal­tungs­ver­fah­rens (dort) durch einen Bevoll­mäch­tig­ten ver­tre­ten las­sen. Gemäß § 13 Abs 5 SGB X (hier anzu­wen­den idF von Art 2 Nr 1 des Vier­ten Geset­zes zur Ände­rung ver­wal­tungs­ver­fah­rens­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 11.12.2008, BGBl I 2418) sind Bevoll­mäch­tig­te und Bei­stän­de jedoch zurück­zu­wei­sen, wenn sie ent­ge­gen § 3 RDG [1] Rechts­dienst­leis­tun­gen erbrin­gen. Nach § 3 RDG wie­der­um ist die selbst­stän­di­ge Erbrin­gung außer­ge­richt­li­cher Rechts­dienst­leis­tun­gen nur in dem Umfang zuläs­sig, in dem sie durch das RDG oder durch oder auf­grund ande­rer Geset­ze (zB für Steu­er­be­ra­ter durch § 3 Nr 1 StBerG) erlaubt wird. Als Rechts­dienst­leis­tung ist nach der in § 2 Abs 1 RDG ent­hal­te­nen Legal­de­fi­ni­ti­on „jede Tätig­keit in kon­kre­ten frem­den“ Ange­le­gen­hei­ten anzu­se­hen, sobald sie eine „recht­li­che Prü­fung des Ein­zel­falls erfor­dert“.

Das Tätig­wer­den des Steu­er­be­ra­ters als Bevoll­mäch­tig­ter ist bereits im auf die Fest­stel­lung des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus gerich­te­ten Ver­wal­tungs­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV als Erbrin­gung einer Rechts­dienst­leis­tun­gim Sin­ne von § 2 Abs 1 RDG zu wer­ten.

Das Tätig­wer­den des Steu­er­be­ra­ters im strei­ti­gen Ver­wal­tungs­ver­fah­ren stellt eine „kon­kre­te frem­de“ Ange­le­gen­he­itim Sin­ne von § 2 Abs 1 RDG dar; denn sie erfolg­te hier im Ein­zel­fall und lag im wirt­schaft­li­chen Inter­es­se eines Drit­ten [2], näm­lich eines Man­dan­ten des Steu­er­be­ra­ters, der als Arbeit­ge­ber mit den sich aus §§ 28a ff SGB IV erge­ben­den Pflich­ten in Betracht kommt.

Das Merk­mal des § 2 Abs 1 RDG, wonach zusätz­lich zum Tätig­wer­den in einer frem­den Ange­le­gen­heit eine „recht­li­che Prü­fung des Ein­zel­falls“ erfor­der­lich sein muss, ist – wie die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund und das SG zutref­fend ange­nom­men haben – im vor­lie­gen­den Fall ent­ge­gen der Ansicht des Steu­er­be­ra­ters eben­falls zu beja­hen. Bereits die Antrag­stel­lung und das Betrei­ben eines Ver­wal­tungs­ver­fah­rens nach § 7a Abs 1 SGB IV mit dem in die­sem Zusam­men­hang nach Abs 4 der Rege­lung vor­ge­se­he­nen obli­ga­to­ri­schen Anhö­rungs­ver­fah­ren machen eine sol­che „recht­li­che Prü­fung“ erfor­der­lich. Des­we­gen ist das Tätig­wer­den in einem sol­chen Fall nicht nur als für das Rechts­dienst­leis­tungs­recht irrele­van­te blo­ße – schwer­punkt­mä­ßig eher im außer­recht­li­chen Bereich lie­gen­de – tech­ni­sche Leis­tung im Rah­men der Umset­zung von Rechts­vor­schrif­ten ein­zu­stu­fen.

Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt muss nicht ent­schei­den, ob eine „recht­li­che Prü­fung“ – in Anleh­nung an die Geset­zes­ma­te­ria­li­en zu § 2 RDG – (erst) dann vor­liegt, wenn der ver­tre­te­ne Recht­su­chen­de eine „beson­de­re“ recht­li­che Betreu­ung oder Auf­klä­rung erkenn­bar erwar­tet oder eine sol­che Betreu­ung bzw Auf­klä­rung nach der Ver­kehrs­an­schau­ung erfor­der­lich ist [3] oder ob inso­weit – wegen der Nicht­auf­nah­me eines Tat­be­stands­merk­mals „beson­de­re“ in den Geset­zes­text – (auch schon) alle Tätig­kei­ten erfasst sind, die über eine ein­fa­che recht­li­che Prü­fung und blo­ße Rechts­an­wen­dung hin­aus­ge­hen und die (nur) einer gewis­sen Sach­kun­de bedür­fen [4]; denn selbst wenn man für die Annah­me einer Rechts­dienst­leis­tun­gim Sin­ne von § 2 Abs 1 RDG eine „beson­de­re“ Prü­fung der Rechts­la­ge im Sin­ne eines juris­ti­schen Sub­sum­ti­ons­vor­gangs ver­langt, wäre im vor­lie­gend zu beur­tei­len­den Fall von der Erbrin­gung einer Rechts­dienst­leis­tung bereits im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren – und nicht erst in einem Wider­spruchs­ver­fah­ren [5] – aus­zu­ge­hen. Dies folgt bereits aus der den Rege­lungs­ge­gen­stand des § 7a SGB IV bil­den­den Mate­rie.

Das in § 7a SGB IV gere­gel­te Anfra­ge­ver­fah­ren zur Klä­rung des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus einer erwerbs­tä­ti­gen Per­son wur­de – in sei­ner optio­na­len Form – mit Wir­kung zum 1.01.1999 durch das Gesetz zur För­de­rung der Selb­stän­dig­keit vom 20.12.1999 [6] ein­ge­führt. Bezweckt war damit vor allem – außer­halb der Arbeit­ge­ber­prü­fun­gen nach § 28p SGB IV – die Schaf­fung einer Mög­lich­keit zur rechts­si­che­ren Klä­rung des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus in einem trans­pa­ren­ten Ver­fah­ren durch eine ein­zi­ge bun­des­weit täti­ge Clea­ring­stel­le (= die dama­li­ge Bun­des­ver­si­che­rungs­an­stalt für Ange­stell­te). Mit die­sem Ver­fah­ren soll­ten sich ein­an­der wider­spre­chen­de Ent­schei­dun­gen von Ver­si­che­rungs­trä­gern ver­mie­den wer­den, sofern nicht bereits zuvor ein Ver­fah­ren nach §§ 28h, 28p SGB IV ein­ge­lei­tet wor­den war [7].

Mit Wir­kung zum 1.01.2005 wur­de die Rege­lung in Abs 1 S 2 dahin ergänzt, dass eine Ein­zugs­stel­le bei Anmel­dung eines Beschäf­tig­ten, der Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ger des Arbeit­ge­bers oder geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter einer GmbH ist, obli­ga­to­risch ein Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten hat (vgl Art 4 Nr 3 Vier­tes Gesetz für moder­ne Dienst­leis­tun­gen am Arbeits­markt [8]). Dar­über hin­aus erfolg­te zum 1.10.2005 (Art 5 Nr 2 Gesetz zur Orga­ni­sa­ti­ons­re­form in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung vom 09.12.2004, BGBl I 3242) eine der neu­en Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung geschul­de­te sprach­li­che Anpas­sung, indem die frü­her der Bun­des­ver­si­che­rungs­an­stalt für Ange­stell­te zuge­wie­se­ne Zustän­dig­keit auf die DRV Bund über­ging, sowie zum 1.01.2008 eine Ergän­zung des Kri­te­ri­ums der Fami­li­en­zu­ge­hö­rig­keit um Abkömm­lin­ge [9].

Rechts­fol­ge des Antrags­ver­fah­rens des § 7a SGB IV ist nach sei­nem Abs 6 S 1 ua, dass, wenn der Antrag inner­halb eines Monats nach Auf­nah­me der Tätig­keit gestellt wird und die DRV Bund ein ver­si­che­rungs­pflich­ti­ges Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis fest­stellt, die Ver­si­che­rungs­pflicht – abwei­chend von den all­ge­mei­nen Rege­lun­gen in den ein­zel­nen Ver­si­che­rungs­zwei­gen der Sozi­al­ver­si­che­rung und des Arbeits­för­de­rungs­rechts – erst mit der Bekannt­ga­be der Ent­schei­dung ein­tritt, sofern der Beschäf­tig­te zustimmt (Nr 1) und er für den Zeit­raum zwi­schen Auf­nah­me der Beschäf­ti­gung und der Ent­schei­dung eine Absi­che­rung gegen das finan­zi­el­le Risi­ko von Krank­heit und zur Alters­vor­sor­ge vor­ge­nom­men hat, die der Art nach den Leis­tun­gen der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung und der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ent­spricht (Nr 2). Dar­über hin­aus wird der Gesamt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trag nach § 7a Abs 6 S 2 SGB IV – abwei­chend von den all­ge­mei­nen Rege­lun­gen in §§ 22, 23 SGB IV – erst zu dem Zeit­punkt fäl­lig, zu dem die Ent­schei­dung, dass eine Beschäf­ti­gung vor­liegt, unan­fecht­bar gewor­den ist.Bei optio­na­len Sta­tus­an­fra­gen, zu denen ein Ver­wal­tungs­akt der DRV Bund erlas­sen wird, haben nach § 7a Abs 7 S 1 SGB IV Wider­spruch und Kla­ge – abwei­chend von § 86a Abs 2 Nr 1 SGG – auf­schie­ben­de Wir­kung; zudem ord­net Satz 2 der Rege­lung an, dass – abwei­chend von der Sechs-Monats-Frist des § 88 Abs 1 S 1 SGG – die für die Erhe­bung einer Untä­tig­keits­kla­ge gel­ten­de Frist auf Erlass einer Ent­schei­dung (nur) drei Mona­te beträgt.

Für die Tätig­keit in den dar­ge­stell­ten Anfra­ge­ver­fah­ren, in denen es um die Abgren­zung zwi­schen – kraft Geset­zes ein­tre­ten­der – Ver­si­che­rungs­pflicht in den Zwei­gen der Sozi­al­ver­si­che­rung wegen (abhän­gi­ger) Beschäf­ti­gung einer­seits oder die feh­len­de Ver­si­che­rungs­pflicht auf­grund anzu­neh­men­der Selbst­stän­dig­keit geht, bedarf es typi­scher­wei­se einer beson­de­ren Sach­kun­de auf dem Gebiet des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts. Schon mit der Fra­ge, ob ein sol­ches Ver­fah­ren – soweit es nicht ohne­hin nach § 7a Abs 1 S 2 SGB IV obli­ga­to­risch durch­zu­füh­ren ist – über­haupt durch ent­spre­chen­de Antrag­stel­lung und (schon oder noch) zu einem bestimm­ten Zeit­punkt ein­ge­lei­tet wird, sind wegen der damit ver­bun­de­nen weit­rei­chen­den und den Vor­stel­lun­gen der jeweils betei­lig­ten Per­so­nen mög­li­cher­wei­se wider­spre­chen­den ver­si­che­rungs- und bei­trags­recht­li­chen Kon­se­quen­zen eben­so gene­rell erhöh­te Anfor­de­run­gen ver­bun­den wie auch mit dem Vor­brin­gen in einem sol­chen Ver­fah­ren.

Für die Abgren­zung von Beschäf­ti­gung und Selbst­stän­dig­keit ist in ers­ter Linie die höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung des BSG in den Blick zu neh­men, weil nur in Kennt­nis der dort ent­wi­ckel­ten Kri­te­ri­en und ent­schie­de­nen Anwen­dungs­fäl­le eine sach- und inter­es­sen­ge­rech­te Wahr­neh­mung der recht­li­chen Inter­es­sen eines Betrof­fe­nen gegen­über der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund als einer auf die rele­van­ten Fra­ge­stel­lun­gen spe­zia­li­sier­ten Behör­de mög­lich ist. Eine adäqua­te Ver­tre­tung und Inter­es­sen­wahr­neh­mung „auf Augen­hö­he“ mit dem Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger beschränkt sich typi­scher­wei­se nicht in der blo­ßen Über­mitt­lung und Wei­ter­ga­be tat­säch­li­cher Umstän­de an die Fach­be­hör­de. Die Ver­tre­tung kann daher ange­mes­sen und ver­fah­rens­ef­fek­tiv nur dann in der gebo­te­nen Wei­se erfol­gen, wenn der Bevoll­mäch­tig­te über fun­dier­te Kennt­nis­se dar­über ver­fügt, auf wel­che ver­fah­rens­recht­li­chen, mate­ri­ell-recht­li­chen und tat­säch­li­chen Gesichts­punk­te es im Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV im Ein­zel­nen ankommt bzw ankom­men kann. Die dabei zu beach­ten­den all­ge­mei­nen Grund­sät­ze und die für die gesetz­li­chen Tat­be­stands­merk­ma­le maß­ge­ben­den Umstän­de sind indes­sen über­aus kom­plex: Beur­tei­lungs­maß­stab für das Vor­lie­gen einer (abhän­gi­gen) Beschäf­ti­gung ist § 7 Abs 1 S 1 SGB IV, wonach „Beschäf­ti­gung“ als die nicht­selbst­stän­di­ge Arbeit, „ins­be­son­de­re“ in einem Arbeits­ver­hält­nis defi­niert ist. Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des BSG setzt eine Beschäf­ti­gung vor­aus, dass ein Arbeit­neh­mer von einem Arbeit­ge­ber per­sön­lich abhän­gig ist. Bei einer Beschäf­ti­gung in einem frem­den Betrieb ist dies der Fall, wenn der Beschäf­tig­te in den Betrieb ein­ge­glie­dert ist und dabei einem Zeit, Dau­er, Ort und Art der Aus­füh­rung umfas­sen­den Wei­sungs­recht des Arbeit­ge­bers unter­liegt. Die­se Wei­sungs­ge­bun­den­heit kann – vor­nehm­lich bei Diens­ten höhe­rer Art – ein­ge­schränkt und zur „funk­ti­ons­ge­recht die­nen­den Teil­ha­be am Arbeits­pro­zess“ ver­fei­nert sein. Dem­ge­gen­über ist eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit vor­nehm­lich durch das eige­ne Unter­neh­mer­ri­si­ko, das Vor­han­den­sein einer eige­nen Betriebs­stät­te, die Ver­fü­gungs­mög­lich­keit über die eige­ne Arbeits­kraft und die im Wesent­li­chen frei gestal­te­te Tätig­keit und Arbeits­zeit gekenn­zeich­net. Ob jemand abhän­gig beschäf­tigt oder selbst­stän­dig tätig ist, rich­tet sich aus­ge­hend von den genann­ten Umstän­den nach dem Gesamt­bild der Arbeits­leis­tung und hängt davon ab, wel­che Merk­ma­le über­wie­gen [10].Dabei setzt die Zuord­nung einer Tätig­keit nach deren Gesamt­bild zum recht­li­chen Typus der Beschäf­ti­gung bzw selbst­stän­di­gen Tätig­keit (vgl auch § 7a Abs 2 SGB IV) vor­aus, dass alle nach Lage des Ein­zel­falls als Indi­zi­en in Betracht kom­men­den Umstän­de fest­ge­stellt, in ihrer Trag­wei­te zutref­fend erkannt und gewich­tet, in die Gesamt­schau mit die­sem Gewicht ein­ge­stellt und nach­voll­zieh­bar, dh den Geset­zen der Logik ent­spre­chend und wider­spruchs­frei gegen­ein­an­der abge­wo­gen wer­den [11].

Obwohl die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund im Zusam­men­hang mit dem Anfra­ge­ver­fah­ren des § 7a SGB IV als sach­lich zustän­di­ge Behör­de beson­de­re Ermitt­lungs, Anhö­rungs- und Dar­le­gungs­pflich­ten tref­fen (vgl Abs 2 bis 5 der Rege­lung), müs­sen vor dem auf­ge­zeig­ten Hin­ter­grund schon im Antrags­ver­fah­ren (und nicht erst im Wider­spruchs­ver­fah­ren [12]) die für die begehr­te Ver­wal­tungs­ent­schei­dung recht­lich erheb­li­chen Zusam­men­hän­ge auch von den Anfra­gen­den sorg­fäl­tig in den Blick genom­men wer­den. Ein für einen Betei­lig­ten in einem sol­chen Ver­fah­ren auf­tre­ten­der Bevoll­mäch­tig­ter muss dafür Sor­ge tra­gen und ein­schät­zen kön­nen, dass die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund auch tat­säch­lich alle für die Beur­tei­lung des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus eines Erwerbs­tä­ti­gen rele­van­ten Umstän­de voll­stän­dig und zutref­fend ermit­telt und der von ihm ver­tre­te­ne Betei­lig­te dazu ent­spre­chen­de Anga­ben macht. Er muss ins­be­son­de­re auch sol­che recht­li­chen Gesichts­punk­te und Tat­sa­chen erken­nen und gegen­über der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund kom­mu­ni­zie­ren kön­nen, die mög­li­cher­wei­se nicht stan­dard­mä­ßig in Antrags­for­mu­la­ren der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund oder ande­rer Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­gers abge­fragt werden/​wurden, die aber gleich­wohl im Rah­men der Gesamt­ab­wä­gung für die zu tref­fen­de abschlie­ßen­de Ent­schei­dung von Bedeu­tung sein kön­nen.

Die nach §§ 20 ff SGB X bestehen­den Pflich­ten der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund im Anfra­ge­ver­fah­ren machen eine „recht­li­che“ Prü­fung des Ein­zel­fall­sim Sin­ne von § 2 Abs 1 RDG durch einen Bevoll­mäch­tig­ten nicht über­flüs­sig. Denn die­se ent­bin­den nicht von der Not­wen­dig­keit „eige­nen Mit­den­kens“ der Betei­lig­ten und besa­gen nicht, dass die erfor­der­li­che Tätig­keit von Bevoll­mäch­tig­ten in Anfra­ge­ver­fah­ren des § 7a SGB IV auf die blo­ße Anga­be von Tat­sa­chen und ggf Bei­brin­gung von Beweis­mit­teln beschränkt wäre. Die – sonst eigent­lich ent­behr­li­che – Her­vor­he­bung der Pflich­ten der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund in die­ser Rege­lung macht viel­mehr gera­de deut­lich, dass inso­weit Beson­der­hei­ten gel­ten. Die­se Pflich­ten kom­men nicht zuletzt dar­in zum Aus­druck, dass die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund den Betei­lig­ten nach § 7a Abs 4 SGB IV vor Erge­hen einer abschlie­ßen­den Ver­wal­tungs­ent­schei­dung mit­zu­tei­len hat, wel­che Ent­schei­dung sie zu tref­fen beab­sich­tigt, wobei sie die Tat­sa­chen bezeich­net, auf die sie ihre Ent­schei­dung stüt­zen will, und den Betei­lig­ten Gele­gen­heit gibt, sich zu der beab­sich­tig­ten Ent­schei­dung zu äußern. Dass spä­tes­tens in die­sem Sta­di­um des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens im Rah­men der qua­li­fi­zier­ten Anhö­rung, die über die all­ge­mein in § 24 SGB X gere­gel­te Anhö­rung hin­aus­geht, auch ein eige­nes Durch­den­ken und eine eige­ne sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Ein­schät­zung des Adres­sa­ten (bzw sei­nes Bevoll­mäch­tig­ten) nötig ist, kann ver­nünf­ti­ger­wei­se nicht in Zwei­fel gezo­gen wer­den.

Die (auch) „recht­li­che“ Kom­ple­xi­tät des Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­rens zeigt sich im Übri­gen bereits an den Fra­gen des (in den Ver­wal­tungs­vor­gän­gen befind­li­chen) von der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Bund aus­ge­ge­be­nen Form­an­trags­for­mu­lars. Dort wer­den in nicht uner­heb­li­chem Umfang Gege­ben­hei­ten abge­fragt, die über die blo­ße Ermitt­lung tat­säch­li­cher Umstän­de hin­aus­ge­hen und recht­lich wer­ten­de Über­le­gun­gen bei der Beant­wor­tung der Fra­gen erfor­dern. So wer­den von den Betei­lig­ten zB auch Infor­ma­tio­nen dar­über erbe­ten, ob neben der Tätig­keit, für die die kon­kre­te Fest­stel­lung des ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus begehrt wird, wei­te­re „abhän­gi­ge“ oder „selbst­stän­di­ge“ Tätig­kei­ten aus­ge­übt wer­den. Der­ar­ti­ges kann – wie all­ge­mein im Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV – letzt­lich nicht ohne recht­li­che Kennt­nis­se über die typi­schen, in der sozi­al­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung wie­der­holt behan­del­ten Pro­blem­fel­der beant­wor­tet wer­den, etwa die Beur­tei­lung von Erwerbs­tä­tig­kei­ten bei juris­ti­schen Per­so­nen, in Fami­li­en­un­ter­neh­men und Fami­li­en­ge­sell­schaf­ten sowie sol­chen im Zusam­men­hang mit frei­er Mit­ar­beit oder in moder­nen Erwerbs­for­men.

Die Ein­schät­zung, dass die vor­ste­hend dar­ge­stell­ten Umstän­de die Beja­hung einer Rechts­dienst­leis­tun­gim Sin­ne von § 2 RDG wegen anzu­neh­men­der „recht­li­cher“ Prü­fun­gen gebie­ten, wird im Übri­gen auch durch die Geset­zes­ma­te­ria­li­en zur Novel­lie­rung des Rechts­be­ra­tungs­rechts bestä­tigt. Dort wird für die Ver­tre­tung in Ein­zugs­stel­len- und Betriebs­prü­fungs­ver­fah­ren nach §§ 28h, 28p SGB IV eine beson­de­re Sach­kun­de auf dem Gebiet des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts für erfor­der­lich erach­tet [13]).

Die mit­hin als „Rechtsdienstleistung„im Sin­ne von § 2 Abs 1 RDG zu qua­li­fi­zie­ren­de Tätig­keit des Steu­er­be­ra­ters in einem Anfra­ge­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV [14] ist auch nicht nach § 5 Abs 1 RDG erlaubt.

§ 5 Abs 1 S 1 RDG bestimmt, dass „Rechts­dienst­leis­tun­gen im Zusam­men­hang mit einer ande­ren Tätig­keit“ erlaubt sind, „wenn sie als Neben­leis­tung zum Berufs- oder Tätig­keits­bild gehö­ren“. Nach Satz 2 der Rege­lung ist die Fra­ge, ob eine Neben­leis­tung vor­liegt, „nach ihrem Inhalt, Umfang und sach­li­chen Zusam­men­hang mit der Haupt­tä­tig­keit unter Berück­sich­ti­gung der Rechts­kennt­nis­se zu beur­tei­len, die für die Haupt­tä­tig­keit erfor­der­lich sind“. An einem sol­chen Neben­leis­tungs­cha­rak­ter und sach­li­chen Zusam­men­hang zum Berufs- und Tätig­keits­bild eines Steu­er­be­ra­ters fehlt es beim Tätig­wer­den eines Steu­er­be­ra­ters in einem Anfra­ge­ver­fah­ren.

§ 5 RDG stellt – ähn­lich wie die (indes­sen stren­ge­ren Vor­ga­ben unter­lie­gen­de) Vor­gän­ger­re­ge­lung des Art 1 § 5 RBerG – einen Aus­nah­me­tat­be­stand zu § 3 RDG (Erlaub­nis durch das RDG) gegen­über dem grund­sätz­li­chen Ver­bot der Erbrin­gung von Rechts­dienst­leis­tun­gen dar. Auf die­sen Aus­nah­me­tat­be­stand kön­nen sich auch Ange­hö­ri­ge der steu­er­be­ra­ten­den Beru­fe beru­fen, die Rechts­dienst­leis­tun­gen in einem spe­zi­el­len Bereich des Rechts als Haupt­leis­tung erbrin­gen, soweit sie dar­über hin­aus ande­re Rechts­dienst­leis­tun­gen als Neben­leis­tung erbrin­gen [15].

Die Kern- und Haupt­tä­tig­keit eines Steu­er­be­ra­ters besteht in der geschäfts­mä­ßi­gen „Hil­fe­leis­tung in Steu­er­sa­chen“ (vgl § 2, § 3 Nr 1, §§ 32, 33 StBerG). Gemäß § 33 S 1 StBerG haben Steu­er­be­ra­ter die „Auf­ga­be, im Rah­men ihres Auf­trags ihre Auf­trag­ge­ber in Steu­er­sa­chen zu bera­ten, sie zu ver­tre­ten und ihnen bei der Bear­bei­tung ihrer Steu­er­an­ge­le­gen­hei­ten und bei der Erfül­lung ihrer steu­er­li­chen Pflich­ten Hil­fe zu leis­ten“. Die steu­er­li­che Bera­tung ist danach eine auf die­ses spe­zi­el­le Fach­ge­biet beschränk­te Rechts­be­ra­tung [16].

Zwar hat die Bera­tung in steu­er­li­chen Ange­le­gen­hei­ten häu­fig Bezugs­punk­te hin zu außer­steu­er­recht­li­chen Rege­lun­gen; denn viel­fach ist das außer­steu­er­li­che Recht Bestand­teil eines steu­er­recht­lich bedeut­sa­men Tat­be­stan­des. Soweit es im Hin­blick auf die steu­er­recht­li­chen Gege­ben­hei­ten gebo­ten ist, erstreckt sich die Bera­tungs­pflicht eines Steu­er­be­ra­ters in sol­chen Fäl­len auch auf die­se – der Tätig­keit eines Steu­er­be­ra­ters an sich grund­sätz­lich frem­den – Rechts­ge­bie­te [17]. Dies bedeu­tet indes­sen nicht, dass eine Tätig­keit auf außer­steu­er­li­chen Rechts­ge­bie­ten bereits des­halb dem Berufs- und Tätig­keits­bild eines Steu­er­be­ra­ters zuzu­ord­nen ist, nur weil bestimm­te Tat­be­stän­de über­haupt für die steu­er­li­che Bera­tung rele­vant sind [18]. Das Steu­er­recht erfasst eine Viel­zahl von Vor­gän­gen, für wel­che auch Vor­schrif­ten aus ande­ren Rechts­ge­bie­ten bedeut­sam sein kön­nen. Näh­me man schon allein des­we­gen einen Zusam­men­hang mit dem Berufs- und Tätig­keits­bild eines Steu­er­be­ra­ters an, wären Steu­er­be­ra­ter letzt­lich annä­hernd unbe­schränkt berech­tigt, auf allen Rechts­ge­bie­ten beruf­li­che Akti­vi­tä­ten zu ent­fal­ten.

Unter die­sem Blick­win­kel muss eine Bera­tung und Ver­tre­tung in Fra­gen des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus in Ver­fah­ren gemäß § 7a SGB IV durch Steu­er­be­ra­ter aus­schei­den. Dies gilt auch unter dem Gesichts­punkt, dass Steu­er­be­ra­ter für Arbeit­ge­ber oft­mals die Lohn­buch­füh­rung – dh die Erfas­sung, Abrech­nung und Buchung der Arbeits­ent­gel­te sowie der gesetz­li­chen Abzü­ge hier­von – vor­neh­men und vor­neh­men dür­fen [19].

Das in § 5 Abs 1 S 2 RDG für das Vor­lie­gen einer Neben­leis­tung auf­ge­stell­te Kri­te­ri­um, dass es dafür „Rechts­kennt­nis­se … (bedarf), die für die Haupt­tä­tig­keit erfor­der­lich sind“, steht der gegen­tei­li­gen Ansicht des Steu­er­be­ra­ters ent­ge­gen. Um als Neben­leis­tung zu gel­ten, muss es sich dabei im Ein­zel­fall näm­lich um eine Tätig­keit han­deln, die ein Steu­er­be­ra­ter mit sei­ner beruf­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on ohne Beein­träch­ti­gung des in § 1 RDG genann­ten Schutz­zwecks, die Recht­su­chen­den, den Rechts­ver­kehr und die Rechts­ord­nung vor unqua­li­fi­zier­ten Rechts­dienst­leis­tun­gen zu schüt­zen, mit­er­le­di­gen kann [20]. Maß­ge­bend ist inso­weit nicht die indi­vi­du­el­le Qua­li­fi­ka­ti­on des Rechts­dienst­leis­ten­den, son­dern die all­ge­mei­ne berufs­ty­pi­sche juris­ti­sche Qua­li­fi­ka­ti­on des Betrof­fe­nen im Rah­men sei­ner Haupt­tä­tig­keit [21]. Blei­ben dage­gen die für die Haupt­tä­tig­keit erfor­der­li­chen Rechts­kennt­nis­se hin­ter den­je­ni­gen für die Erbrin­gung der (ver­meint­li­chen) Neben­leis­tung erfor­der­li­chen Kennt­nis­sen zurück, kann die Neben­leis­tung nicht erlaub­nis­frei erbracht wer­den; dies gebie­ten der zen­tral in § 1 RDG ange­spro­che­ne Schutz der Recht­su­chen­den, des Rechts­ver­kehrs und der Rechts­ord­nung [22].

Dass die für die Haupt­tä­tig­keit erfor­der­li­chen Rechts­kennt­nis­se hin­ter den für die Erbrin­gung der (ver­meint­li­chen) Neben­leis­tung erfor­der­li­chen Kennt­nis­sen zurück­blei­ben, folgt für Steu­er­be­ra­ter in Bezug auf das Ver­hält­nis Lohn­buch­füh­rung – Anfra­ge­ver­fah­ren vor allem dar­aus, dass das Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht nicht ein­mal zu den­je­ni­gen Prü­fungs­ge­bie­ten gehört, wel­che im Rah­men einer den Zugang zum Beruf eröff­nen­den, erfolg­reich zu absol­vie­ren­den Steu­er­be­ra­ter­prü­fung bedeut­sam sind. Nach § 37 Abs 3 S 1 Nr 1 bis 8 StBerG gehö­ren dazu neben dem steu­er­li­chen Ver­fah­rens­recht sowie Steu­er­straf- und Steuer­ord­nungs­wid­rig­kei­ten­recht (Nr 1) im Ein­zel­nen genann­te Mate­ri­en des Steu­er­rechts (Nr 2 bis 4). In Bezug auf das außer­steu­er­li­che Recht wer­den dage­gen in Nr 5 nur das „Han­dels­recht sowie Grund­zü­ge des Bür­ger­li­chen Rechts, des Gesell­schafts­rechts, des Insol­venz­rechts und des Rechts der Euro­päi­schen Uni­on“ sowie in Nr 8 das „Berufs­recht“ ange­spro­chen. Dem­ge­gen­über fehlt eine Rege­lung über das Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht. Die­ses kann auch weder den in Nr 5 auf­ge­führ­ten Mate­ri­en zuge­ord­net wer­den noch ist offen­kun­dig eine Sub­sum­ti­on unter die übri­gen in Nr 6 („Betriebs­wirt­schaft und Rech­nungs­we­sen“) und Nr 7 („Volks­wirt­schaft“) ange­spro­che­nen wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen Fach­dis­zi­pli­nen mög­lich.

Schon aus die­sen Rege­lun­gen ist zu ent­neh­men, dass die bei Steu­er­be­ra­tern unter­stell­ten und zu erwar­ten­den Rechts­kennt­nis­se hin­ter denen eines umfas­send aus­ge­bil­de­ten und in recht­li­chen Ange­le­gen­hei­ten all­ge­mein ver­tre­tungs­be­fug­ten Rechts­an­walts zurück­blei­ben. Auch wenn Rechts­an­wäl­te nicht zwin­gend über spe­zi­fisch sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Kennt­nis­se ver­fü­gen – ins­be­son­de­re kei­ne ent­spre­chend aus­ge­wie­se­nen Fach­an­wäl­te sein – müs­sen, so beruht die Befug­nis zum Auf­tre­ten bei ihnen dar­auf, dass – auf­grund erwor­be­ner und unter Beweis gestell­ter Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten in der spe­zi­fi­schen juris­ti­schen Metho­dik und Arbeits­wei­se – von einer umfas­sen­den Eig­nung in juris­ti­schen Belan­gen aus­ge­gan­gen wird. Ver­gleich­ba­res fehlt bei Steu­er­be­ra­tern.

Aus dem Umstand, dass sich die Abgren­zung zwi­schen (ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger) Beschäf­ti­gung und (nicht ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger) Selbst­stän­dig­keit im Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht oft­mals nach ähn­li­chen Kri­te­ri­en bestim­men kann wie bei der ein­kom­men­steu­er­recht­li­chen Behand­lung, ist für die Fra­ge der Ver­tre­tungs­be­fug­nis von Steu­er­be­ra­tern im Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­ren eben­falls nichts her­zu­lei­ten. Ein sach­li­cher Zusam­men­hang mit steu­er­be­ra­ter­li­chen Haupt­tä­tig­kei­ten­im Sin­ne von § 5 Abs 1 RDG unter dem Blick­win­kel der dafür erfor­der­li­chen – ver­meint­lich ohne­hin vor­han­de­nen – Rechts­kennt­nis­se des Steu­er­be­ra­ters in sei­nen Kern­ge­bie­ten muss auch inso­weit ver­neint wer­den.

Das ergibt sich bereits dar­aus, dass die Recht­spre­chung zum Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht inhalt­lich durch­aus von der­je­ni­gen zum Steu­er­recht abwei­chen kann [23]. Das Ergeb­nis steu­er­recht­li­cher Beur­tei­lun­gen hat für die Rechts­la­ge im Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht im Rah­men der – oben dar­ge­stell­ten – dort vor­zu­neh­men­den Gesamt­wür­di­gung nur die Bedeu­tung als „ein Indiz neben ande­ren Indi­zi­en“. Dar­über hin­aus besteht kei­ne naht­lo­se Über­ein­stim­mung bei­der Rechts­ge­bie­te, ins­be­son­de­re kei­ne Bin­dungs- oder gar Tat­be­stands­wir­kung von Ent­schei­dun­gen der Finanz­be­hör­den sowie der Gerich­te der Finanz­ge­richts­bar­keit; Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger und Gerich­te der Sozi­al­ge­richts­bar­keit sind viel­mehr der eigen­stän­di­gen sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Prü­fung im Ein­zel­fall nicht ent­ho­ben, ob eine Beschäf­ti­gung oder eine selbst­stän­di­ge Tätig­keit vor­liegt [24]. Dies müss­ten auch Bevoll­mäch­tig­te in Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­ren beach­ten und dem­zu­fol­ge auch über zu unter­stel­len­de ent­spre­chen­de Kennt­nis­se des Sozi­al­ver­si­che­rungs­rechts ver­fü­gen.

Unbe­scha­det des­sen ist in den Blick zu neh­men, dass gera­de in Bezug auf das Anfra­ge­ver­fah­ren ohne­hin ver­fah­rens­recht­li­che Abwei­chun­gen des Sozi­al­ver­si­che­rungs- und Sozi­al­ver­wal­tungs­rechts gegen­über dem Steu­er­ver­fah­rens­recht bestehen (vgl nur § 44 SGB X) [25]. Die­se Rege­lun­gen fin­den kei­ne Ent­spre­chung im steu­er­li­chen Ver­fah­rens­recht.

Nicht unbe­ach­tet blei­ben kann bei alle­dem fer­ner, dass sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Anfra­ge­ver­fah­ren nicht zwin­gend im Zusam­men­hang mit Auf­ga­ben einer Lohn­buch­füh­rung ste­hen müs­sen, son­dern auch iso­liert davon ein­ge­lei­tet wer­den kön­nen bzw von Amts wegen von den Ein­zugs­stel­len ein­zu­lei­ten sind (vgl § 7a Abs 1 S 2 SGB IV). Es wäre indes­sen kein recht­lich taug­li­ches Kri­te­ri­um, für die Ver­tre­tungs­be­fug­nis von Steu­er­be­ra­tern in Anfra­ge­ver­fah­ren danach zu dif­fe­ren­zie­ren, auf­grund wel­cher Umstän­de es zu einer Ver­fah­rens­ein­lei­tung kommt.

Der für eine Qua­li­fi­zie­rung als zuläs­si­ge Neben­leis­tun­gim Sin­ne von § 5 Abs 1 RDG not­wen­di­ge sach­li­che Zusam­men­hang mit einer ande­ren erlaub­ten Tätig­keit kann im Übri­gen nicht schon durch die zwi­schen einem Steu­er­be­ra­ter und sei­nem Auf­trag­ge­ber getrof­fe­ne Man­dats­ver­ein­ba­rung her­ge­stellt wer­den; das Vor­lie­gen eines Zusam­men­hangs kann sich viel­mehr nur nach objek­ti­ven Kri­te­ri­en rich­ten [26]. Eine inne­re bzw inhalt­li­che Ver­bin­dung der zu beur­tei­len­den (Neben-)Tätigkeit zu einer Haupt­tä­tig­keit wäre vor allem dann anzu­neh­men, wenn die Nicht­er­le­di­gung der Neben­leis­tung auch die sach­ge­rech­te Erfül­lung der (zuläs­si­gen) Haupt­leis­tung des Steu­er­be­ra­ters beein­träch­tigt; kann dage­gen unter Berück­sich­ti­gung des wohl­ver­stan­de­nen Inter­es­ses des Auf­trag­ge­bers die Neben­leis­tung auch selbst­stän­dig von einem dafür qua­li­fi­zier­ten Drit­ten (hier: Rechts­an­walt) erbracht wer­den, ohne dass der Steu­er­be­ra­ter inso­weit an der sach­ge­rech­ten Erfül­lung der ihm gesetz­lich über­tra­ge­nen Haupt­auf­ga­be merk­lich beein­träch­tigt wird, spricht dies gegen das Vor­lie­gen einer von § 5 RDG erfass­ten Neben­leis­tung [27].

Dem steht nicht ent­ge­gen, dass sich in der vor­lie­gend zu beur­tei­len­den Kon­stel­la­ti­on die Fra­ge des sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Sta­tus eines Erwerbs­tä­ti­gen als Vor­fra­ge im Rah­men der zuläs­si­ger­wei­se wahr­ge­nom­me­nen Lohn­buch­füh­rung (vgl § 13 Abs 6 S 2 SGB X iVm § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG sowie § 28h SGB IV – dazu näher sogleich – als eine der typi­schen Auf­ga­ben eines Steu­er­be­ra­ters gegen­über einem Arbeit­ge­ber stel­len kann [28]. Ein Steu­er­be­ra­ter wäre indes­sen nicht über Gebühr an der sach­ge­rech­ten Erfül­lung der ihm nach dem Gesetz über­tra­ge­nen Haupt­auf­ga­be gehin­dert oder merk­lich beein­träch­tigt, wenn die Durch­füh­rung eines Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­rens an den Antrag­stel­ler selbst oder einen Rechts­an­walt über­ant­wor­tet wird. Zwar wird häu­fig zunächst der Steu­er­be­ra­ter im Sin­ne von Vor­über­le­gun­gen und Vor­fra­gen Erwä­gun­gen dar­über anzu­stel­len haben, ob ein Mit­ar­bei­ter den dafür zustän­di­gen Trä­gern der Sozi­al­ver­si­che­rung nach § 28a SGB IV als Beschäf­tig­ter zu mel­den ist oder nicht. Er hat in einem sol­chen Fall indes­sen eben­so die Mög­lich­keit, eine Ent­schei­dung der Ein­zugs­stel­le über die Ver­si­che­rungs­pflicht nach § 28h Abs 2 SGB IV her­bei­zu­füh­ren und wäre inso­weit nicht auf das bei der beklag­ten DRV Bund durch­zu­füh­ren­de, mit – wie oben dar­ge­stellt – ver­fah­rens­recht­li­chen Beson­der­hei­ten und Kon­se­quen­zen ver­bun­de­ne förm­li­che und die Wahr­neh­mung einer erlaub­nis­pflich­ti­gen Rechts­dienst­leis­tung erfor­dern­de Anfra­ge­ver­fah­ren des § 7a SGB IV beschränkt; ein bereits ein­ge­lei­te­tes Ein­zugs­stel­len­ver­fah­ren nach § 28h Abs 2 SGB IV wür­de gemäß § 7a Abs 1 S 1 Halbs 2 SGB IV viel­mehr sogar ein Antrags­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV aus­schlie­ßen. Schon wegen die­ser eige­nen Mög­lich­keit des Steu­er­be­ra­ters zur „Ver­fah­rens­steue­rung“ (= Ein­zugs­stel­len­ver­fah­ren nach § 28h SGB IV in Eigen­re­gie oder Antrags­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV ggf unter Ein­schal­tung eines inso­weit ver­tre­tungs­be­fug­ten Bevoll­mäch­tig­ten) kann nicht ange­nom­men wer­den, dass die sach­ge­rech­te Erfül­lung der ihm oblie­gen­den Haupt­auf­ga­be gegen­über sei­nen Man­dan­ten in wesent­li­cher Hin­sicht beein­träch­tigt wird.

Eine Ver­tre­tungs­be­fug­nis in Anfra­ge­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV folgt schließ­lich auch nicht aus § 13 Abs 6 S 2 SGB X iVm § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG. Das ergibt sich – in Über­ein­stim­mung mit der über­wie­gend in der Lite­ra­tur ver­tre­te­nen Auf­fas­sung [29] – aus Wort­laut, Rege­lungs­sys­te­ma­tik, Ent­ste­hungs­ge­schich­te sowie Sinn und Zweck der ein­schlä­gi­gen Nor­men, ohne dass dem Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts ent­ge­gen­steht.

Gemäß § 13 Abs 6 S 2 SGB X (hier anzu­wen­den idF des Geset­zes vom 11.12.2008, BGBl I 2418) kön­nen Per­so­nen, die nach § 73 Abs 2 S 1 und S 2 Nr 3 bis 9 SGG zur Ver­tre­tung im sozi­al­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren befugt sind, nicht als Bevoll­mäch­tig­te und Bei­stän­de vom Vor­trag in einem Ver­wal­tungs­ver­fah­ren zurück­ge­wie­sen wer­den. § 73 Abs 2 S 1 SGG regelt seit dem Gesetz zur Neu­re­ge­lung des Rechts­be­ra­tungs­rechts vom 12.12.2007 [30] mit Wir­kung zum 1.07.2008, dass sich Betei­lig­te durch einen Rechts­an­walt oder bestimm­te Rechts­leh­rer ver­tre­ten las­sen kön­nen (Erwei­te­rung durch Art 10 Gesetz vom 22.12.2010 [31]). Dar­über hin­aus sind nach § 73 Abs 2 S 2 SGG als Bevoll­mäch­tig­te vor dem SG und dem LSG ver­tre­tungs­be­fugt „nur“ die in den fol­gen­den Nrn 1 bis 9 genann­ten Per­so­nen­krei­se. Nach § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG gehö­ren zu die­sen ver­tre­tungs­be­fug­ten Per­so­nen ua Steu­er­be­ra­ter, Steu­er­be­voll­mäch­tig­te, Wirt­schafts­prü­fer und ver­ei­dig­te Buch­prü­fer „in Ange­le­gen­hei­ten nach den §§ 28h und 28p des Vier­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch“.

Da der Wort­laut des § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG eine Ver­tre­tungs­be­fug­nis für Steu­er­be­ra­ter ledig­lich für Ange­le­gen­hei­ten nach § 28h SGB IV und § 28p SGB IV vor­sieht, wäh­rend Ange­le­gen­hei­ten nach § 7a SGB IV dort nicht genannt wer­den, kann der Steu­er­be­ra­ter sei­ne Befug­nis für ein Auf­tre­ten im Antrags­ver­fah­ren dar­aus nicht her­lei­ten.

Auch die Aus­le­gung nach dem sys­te­ma­ti­schen Zusam­men­hang eröff­net die­se Befug­nis nicht. Die Ver­tre­tungs­be­fug­nis von Steu­er­be­ra­tern gemäß § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG ist als Aus­nah­me von § 73 Abs 2 S 1 SGG kon­zi­piert, dh über den in § 73 Abs 2 S 1 SGG expli­zit genann­ten Per­so­nen­kreis hin­aus sol­len ande­re, aus­drück­lich bezeich­ne­te Ver­tre­ter „nur“ in den dann nach­fol­gend in Satz 2 enu­me­ra­tiv [32] auf­ge­zähl­ten Ver­fah­ren ver­tre­tungs­be­fugt sein. Knüpft das Gesetz eine Rechts­fol­ge unter Ver­wen­dung des Wor­tes „nur“ an bestimm­te Tat­be­stän­de, kann dar­aus im Umkehr­schluss allein her­ge­lei­tet wer­den, dass die Rechts­fol­ge für ande­re Tat­be­stän­de nicht gilt [33].

Hier­aus folgt mit Blick auf § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG, dass eine Beschrän­kung der Ver­tre­tung durch Steu­er­be­ra­ter in sozi­al­ge­richt­li­chen Pro­zes­sen auf Ver­fah­ren nach §§ 28h, 28p SGB IV ersicht­lich gewollt ist und den Umkehr­schluss recht­fer­tigt, dass die Ver­tre­tung in Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV nicht erfol­gen darf [34].

Auch die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Geset­zes spricht gegen die Aus­wei­tung der Ver­tre­tungs­be­fug­nis des § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG auf Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV und schließt ins­be­son­de­re die Annah­me einer eine Ana­lo­gie ermög­li­chen­den Rege­lungs­lü­cke aus. Die Neu­re­ge­lung der Ver­tre­tungs­be­fug­nis­se in § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG zum 1.07.2008 mit ihrer Beschrän­kung auf die in §§ 28h, 28p SGB IV genann­ten Ange­le­gen­hei­ten erfolg­te näm­lich zu einem Zeit­punkt, als der zum 1.01.1999 geschaf­fe­ne § 7a SGB IV schon seit fast zehn Jah­ren in Kraft war. Zudem wur­de § 13 Abs 6 S 2 SGB X durch Gesetz vom 11.12.2008, also annä­hernd ein Jahr spä­ter, mit Wir­kung zum 18.12.2008 geän­dert und an die Neu­fas­sung des § 73 SGG ange­passt, ohne dass dabei sei­tens des Gesetz­ge­bers ein inhalt­li­cher Ände­rungs­be­darf gese­hen wur­de. Wenn die Neu­re­ge­lun­gen des SGG und des SGB X zur Ver­tre­tungs­be­fug­nis aber unter Aus­las­sung der Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV vor­ge­nom­men wur­den, spricht alles gegen ein blo­ßes Redak­ti­ons­ver­se­hen des Gesetz­ge­bers.

Das Bestehen einer Ver­tre­tungs­be­fug­nis in Ver­fah­ren nach §§ 28h, 28p SGB IV, nicht aber in sol­chen nach § 7a SGB IV in § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG erklärt sich im Übri­gen vor dem Hin­ter­grund, dass Ein­zugs­stel­len- und Betriebs­prü­fungs­ver­fah­ren im Gegen­satz zu Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV typi­scher­wei­se bereits eine bei­trags­recht­li­che Kom­po­nen­te ent­hal­ten. In den in den erst­ge­nann­ten Ver­fah­ren erlas­se­nen Beschei­den steht näm­lich eine kon­kre­te (nach-)geforderte Bei­trags­sum­me im Raum. Die­ser im Regel­fall bei­trags­recht­li­che Bezug der Ein­zugs­stel­len- und Betriebs­prü­fungs­ver­fah­ren hat damit eine enge Ver­bin­dung zur jeweils kon­kret geüb­ten betrieb­li­chen Pra­xis der Lohn­buch­füh­rung, die Abga­ben in Form von Lohn­steu­er und Bei­trä­gen auf Arbeits­ent­gelt zum Gegen­stand hat. Dem­ge­gen­über wei­sen – wie bereits oben näher dar­ge­stellt – Anfra­ge­ver­fah­ren des § 7a SGB IV auf der Ver­fah­rens- und Rechts­fol­gen­sei­te ver­schie­de­ne Beson­der­hei­ten auf und betref­fen im Rah­men der Prü­fung, ob eine Abga­ben­schuld in Form von Bei­trä­gen ent­stand und/​oder ob sie aus­ge­hend von den ein­schlä­gi­gen Grund­la­gen über die Bemes­sung der Abga­ben zutref­fend errech­net wur­de, eher grund­sätz­lich zu klä­ren­de, der Bei­trags­ab­füh­rung vor­ge­la­ger­te Fra­gen.

Das gewon­ne­ne Aus­le­gungs­er­geb­nis wird auch nicht dadurch in Fra­ge gestellt, dass das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in sei­ner Recht­spre­chung [35] ent­schie­den hat, dass die Ver­fah­ren nach § 7a SGB IV einer­seits und nach §§ 28h, 28p SGB IV ande­rer­seits bezüg­lich der Fest­stel­lung der Ver­si­che­rungs­pflicht inhalt­lich gleich­wer­tig sind – wie dies auch in § 7a Abs 1 S 1 Halbs 2 SGB IV zum Aus­druck kommt. Mit der Fest­stel­lung einer sol­chen Gleich­wer­tig­keit ist nicht zugleich eine Aus­sa­ge dar­über ver­bun­den, wel­che Berufs­grup­pen in die­sen Ver­fah­ren als Bevoll­mäch­tig­te auf­tre­ten dür­fen. Erst recht kann aus die­ser Recht­spre­chung nicht etwa abge­lei­tet wer­den, dass die im vor­lie­gen­den Rechts­streit ein­schlä­gi­gen gesetz­li­chen Grund­la­gen eine plan­wid­ri­ge Lücke ent­hal­ten, die eine Ana­lo­gie im Rah­men des § 73 Abs 2 S 2 Nr 4 SGG recht­fer­ti­gen könn­te.

Die auf­ge­zeig­te Aus­le­gung des Geset­zes­rechts ver­letzt schließ­lich auch kei­ne Grund­rech­te des Steu­er­be­ra­ters. Ins­be­son­de­re liegt ein Ver­stoß gegen sei­ne durch Art 12 Abs 1 GG gewähr­leis­te­te Frei­heit der Berufs­aus­übung als Steu­er­be­ra­ter nicht vor. Selbst wenn man einen Ein­griff in den Schutz­be­reich durch die Ver­nei­nung einer Ver­tre­tungs­be­fug­nis in Anfra­ge­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV bejaht, wäre die­ser allen­falls in einem Rand­be­reich des Beru­fes des Steu­er­be­ra­ters zu ver­or­ten und lässt das Berufs­bild im Kern­be­reich und die durch den Beruf gesi­cher­te Exis­tenz unbe­ein­träch­tigt [36]. Ein mög­li­cher Ein­griff wäre jeden­falls durch den legi­ti­men Zweck des RDG gedeckt, Recht­su­chen­de, Rechts­ver­kehr und Rechts­ord­nung vor nicht adäqua­ten Rechts­dienst­leis­tun­gen zu schüt­zen. Hier­in liegt eine hin­rei­chen­de Recht­fer­ti­gung für die Inten­si­tät des hier ledig­lich mar­gi­nal fest­stell­ba­ren Ein­griffs in die Berufs­aus­übungs­frei­heit betref­fend bestimm­te Sozi­al­ver­wal­tungs­ver­fah­ren. Ange­sichts der Sub­si­dia­ri­tät des Grund­rechts auf all­ge­mei­ne Hand­lungs­frei­heit aus Art 2 Abs 1 GG gegen­über dem­je­ni­gen aus Art 12 Abs 1 GG [37] ist auch inso­weit ein Ver­stoß gegen Grund­rech­te des Steu­er­be­ra­ters zu ver­nei­nen.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 5. März 2014 – B 12 R 7/​12 R

  1. idF vom 12.12.2007, BGBl I 2840[]
  2. vgl dazu all­ge­mein Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung eines Geset­zes zur Neu­re­ge­lung des Rechts­be­ra­tungs­rechts, BT-Drs. 16/​3655 S 48 zu § 2 zu Abs 1 lin­ke Spal­te unter Hin­weis auf die Recht­spre­chung des BGH zum Rechts­be­ra­tungs­ge­setz (RBerG); BGH MDR 2011, 680, Juris RdNr 29 ff[]
  3. vgl dazu Gesetz­ent­wurf, aaO, BT-Drs. 16/​3655 S 46 zu § 2 zu Abs 1; vgl auch vom Stein in Kilian/​Sabel/​vom Stein, Das neue Rechts­dienst­leis­tungs­recht, 2008, RdNr 30 ff[]
  4. so zB Unseld in Unseld/​Degen, RDG, 2009, § 2 RdNr 12; Krenz­ler in Krenz­ler, RDG, 2010, § 2 RdNr 15; Fin­zel, KommRDG, 2008, § 2 RdNr 7; Henssler/​Deckenbrock, DB 2008, 41, 42[]
  5. vgl inso­weit zu Recht BSG Urteil vom 14.11.2013 – B 9 SB 5/​12 R – Leit­satz 2 und Juris RdNr 36 ff, zur Ver­öf­fent­li­chung in SozR 4–1300 § 13 Nr 1 und in BSGE vor­ge­se­hen[]
  6. BGBl I 2000, 2[]
  7. vgl Gesetz­ent­wurf der Frak­tio­nen SPD und Bünd­nis 90/​Die Grü­nen eines Geset­zes zur För­de­rung der Selb­stän­dig­keit, BT-Drs. 14/​1855 S 7 zu Nr 2 zu § 7a Abs 1[]
  8. vom 24.12.2003, BGBl I 2954[]
  9. Gesetz zur Ände­rung des Vier­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch und ande­rer Geset­ze vom 19.12.2007, BGBl I 3024[]
  10. stRspr; vgl zum Gan­zen aus jün­ge­rer Zeit BSG SozR 4–2400 § 28e Nr 4 RdNr 17; BSG SozR 4–2400 § 7 Nr 6 RdNr 14 mwN; BSG SozR 4–2400 § 7 Nr 15 RdNr 16 mwN; BSGE 111, 257, SozR 4–2400 § 7 Nr 17, RdNr 15 mwN; s ins­be­son­de­re auch BSG SozR 3–2400 § 7 Nr 19 S 69 f, Nr 13 S 31 f und Nr 4 S 13, jeweils mwN; BSGE 78, 34, 36, SozR 3–2940 § 2 Nr 5 S 26 f mwN sowie – zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Abgren­zungs­kri­te­ri­en BVerfG SozR 3–2400 § 7 Nr 11[]
  11. vgl BSG SozR 4–2400 § 7 Nr 15 Leit­satz und RdNr 25 ff[]
  12. vgl dazu erneut BSG Urteil vom 14.11.2013, aaO, Leit­satz 2[]
  13. vgl Gesetz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung, aaO, BT-Drs. 16/​3655 S 95 zu Nr 3 Abs 2 (§ 73 des Ent­wurfs[]
  14. anders der für Antrags­ver­fah­ren zu Erst­fest­stel­lun­gen nach dem Schwer­be­hin­der­ten­recht ent­schie­de­nen Fall des BSG im Urteil vom 14.11.2013 – B 9 SB 5/​12 R – Leit­satz 1[]
  15. so Geset­zes­be­grün­dung der Bun­des­re­gie­rung, aaO, BT-Drs. 16/​3655 S 51 zu § 5; vgl auch Klei­ne-Cosack, RDG, 2. Aufl 2008, § 5 RdNr 4; Römer­mann in Grunewald/​Römermann, RDG, 2008, § 2 RdNr 91[]
  16. BSG Urteil vom 14.11.2013 – B 9 SB 5/​12 R, aaO; BSG SozR 3–1300 § 13 Nr 3 S 8; vgl BVerfGE 80, 269, 280; Gehre/​Koslowski, StBerG, 6. Aufl 2009, § 33 RdNr 13; Henssler/​Deckenbrock, DB 2008, 41, 43[]
  17. BSG Urteil vom 14.11.2013 – B 9 SB 5/​12 R, aaO; vgl BSG SozR 3–1300 § 13 Nr 3 S 8 mwN[]
  18. so aber Draf/­Bey­er-Petz, DStR 2013, 280[]
  19. eben­so Gehre/​Koslowski, aaO, § 33 RdNr 13; vgl – zum Vor­gän­ger­recht des RBerG – OLG Düs­sel­dorf Urteil vom 09.07.2002 – 23 U 222/​01; aA Hässel/​Hengsberger, BB 2009, 135, 138 f[]
  20. BSG Urteil vom 14.11.2013 – B 9 SB 5/​12 R, aaO[]
  21. vgl BSG, eben­da; BT-Drs. 16/​3655 S 54; Dreyer/​Müller in Dreyer/​Lamm/​Müller, RDG, 2009, § 5 RdNr 30; Weth in Henssler/​Prütting, BRAO, 3. Aufl 2010, § 5 RDG RdNr 12; Klei­ne-Cosack, aaO, § 5 RdNr 66; Hirtz in Grunewald/​Römermann, RDG, 2008, § 5 RdNr 52; Unseld in Unseld/​Degen, RDG, 2009, § 5 RdNr 19; Fin­zel, KommRDG, 2008, § 5 RdNr 11[]
  22. vgl Krenz­ler in Krenz­ler, RDG, 2010, § 5 RdNr 40[]
  23. zutref­fend im vor­lie­gen­den Zusam­men­hang auch Bey­er-Petz, DStR 2010, 77; aA Arens/​Pelke, DStR 2012, 627, 628[]
  24. vgl schon BSGE 3, 30, 40, SozR Nr 18 zu § 164 SGG; BSG SozR Nr 68 zu § 165 RVO; BSG SozR 2200 § 165 Nr 45 S 68 mwN; See­wald in Kas­se­ler Komm, § 7 SGB IV RdNr 79 mwN, Bear­bei­tungs­stand Okto­ber 2009[]
  25. zB auch BSGE 103, 17, SozR 4–2400 § 7a Nr 2, Leit­satz und RdNr 14 ff (Unzu­läs­sig­keit einer Ele­men­ten­fest­stel­lung in Bezug auf die­sen Kom­plex) sowie BSG SozR 4–2400 § 7a Nr 3 (Sta­tus­fest­stel­lung auch bei been­de­tem Auf­trags­ver­hält­nis) []
  26. vgl Klei­ne-Cosack, aaO, § 5 RdNr 47; Hirtz in Grunewald/​Römermann, aaO, § 5 RdNr 162 f[]
  27. vgl Hirtz in Grunewald/​Römermann, aaO, § 5 RdNr 50, 163[]
  28. vgl Bey­er-Petz, DStR 2010, 77; Gah­le, DB 2011, 1622, 1623, bei­de aus die­sem Grun­de für die voll­um­fäng­li­che Mit­be­treu­ungs­mög­lich­keit auch in Antrags­ver­fah­ren nach § 7a SGB IV[]
  29. Leit­he­rer in Mey­er-Lade­wi­g/­Kel­ler/­Leit­he­rer, SGG, 10. Aufl 2012, § 73 RdNr 6; Litt­mann in Lüd­tke, SGG, 4. Aufl 2012, § 73 RdNr 5; Arndt in Breitkreuz/​Fichte, SGG, 2. Aufl 2014, § 73 RdNr 20 mit Fuß­no­te 43; Berch­told in Berchtold/​Rich­ter, Pro­zes­se in Sozi­al­sa­chen, 2009, § 10 RdNr 2; Ulmer in Hen­nig, SGG, § 73 RdNr 88, Kom­men­tie­rungs­stand Sep­tem­ber 2012; aA Bey­er-Petz, DStR 2010, 2424; Arens/​Pelke, DStR 2012, 627, 628[]
  30. BGBl I 2840[]
  31. BGBl I 2248[]
  32. vgl Leit­he­rer, aaO, § 73 RdNr 6; Litt­mann, aaO, § 73 RdNr 5[]
  33. vgl Larenz/​Canaris, Metho­den­leh­re der Rechts­wis­sen­schaft, 3. Aufl 1995, S 209[]
  34. kri­tisch, aber im Ergeb­nis eben­so Ulmer, aaO, § 73 RdNr 88[]
  35. BSG, Urteil vom 11.03.2009 – B 12 R 11/​07 R, BSGE 103, 17, SozR 4–2400 § 7a Nr 2, RdNr 17; und vom 04.06.2009 – B 12 R 6/​08 R []
  36. vgl dazu all­ge­mein bereits BSG SozR 3–1300 § 13 Nr 3 S 10 f[]
  37. BVerfG Beschluss vom 21.06.2011 – 1 BvR 2930/​10NZS 2012, 102 RdNr 25[]